Lebschèe - Malerische Topographie
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Isar-Thor. |
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ISAR-THOR
Beynahe das nämliche Schicksal der Zerstörung wäre auch diesem von den ehemaligen 4 äußeren Hauptthoren Münchens am Anfange dieses Jahrhunderts zu Theil geworden, wie dem Schwabinger Thore, oder wie sie es an dem Sendlinger Thore bereits mir dem mittleren Thurme begonnen, dem Neuhauser Thore, nebst den 3 noch vorhandenen Nebenthoren, nämlich den Anger-, Kost- u. Einlaß-Thore, vorläufig zugedacht gewesen. Letzteres war bis zum Abbruche mit einem angemalten Löwen geziert, zum Andenken eines Kriegs-Ereignisses vom Jahre 1403. Abgerissen von den Stadtmauern, und unförmig vereinzelt standen die 3 alten Festungs-Thürme des Isarthores, 2 rund-eckige, und ein den Thorbogen bildender im länglichen Vierecke von ziemlicher Höhe. Da befahl König Ludwig nicht nur die planmäßige Verbindung und Wiederherstellung dieser Thürme, sondern auch die Ausschmückung der quer laufenden Mauer von einem Seitenthurm zum anderen mit einem historischen Freskogemälde, eine der merkwürdigsten Erinnerungen enthaltend, nämlich den siegreichen Einzug Kaiser Ludwig des Bayers nach der, an Ort und Stelle durch eine Feldkapelle verewigten, glänzend gewonnen Schlacht widen den Gegenkaiser Friedrich den Schönen von Oestereich zwischen Ampfing und Mühldorf, zu München im Jahre 1322. Eine, auf diese Schlacht bezügliche Scene befindet sich in einem Wandgemälde unter den Arkaden des Hofgartens. Bekanntlich war von diesem herrlichen Siege jener bei Mossburg und Gammelsdorf im Jahre 1319 vorausgegangen. Ein altes Freskogemälde, das Andenken an diesen großen Kaiser verewigend, welchen die Stadt so viele stattliche Rechte, Freiheiten und Verschönerungen und milde Stiftungen verdankt, sah man an den längst abgebrochenen oberen Thorthurm, auch Kaufinger-Thor, in der Folge der öde Thurm, und endlich vom obigen Gemälde der schöne Thurm genannt, mit der Jahreszahl 1381. An dem gegenwärtigen langen Mauerbilde erblickt man den Kaiser im Ornat und Krone, Scepter und Reichsapfel zu Pferd; cor ihm Herolde und Pannenträger, nach ihm seine tapferen Waffengefährten, Trophäen und Kriegsleute. Geistlichkeit und Bürgerschaft empfängt hier den Sieger ehrfurchtsvoll. Die Geschlechtswappen der Helden des Tages. 32 an der Zahl, prangen oben an den Seitenthürmen rings herum angemalt, das bayer'sche Stadt-Wappen an dem Hauptthurme. Zwischen den 3 Aus- und Eingangs-Bögen stehen die, 8 1/2 Schuh hohen Steinbilder Michael und Georg, oben erscheinen Maria mit dem göttlichen Kinde Jesus auf der einen, der heil. Benno auf der anderen Seite, als Land- und Stadt-Patronen, angemalt. Die dabei angebrachten Verzierungen sind durchaus gothisch.
Rechts und links des Isart-Thores laufen außerhalb die Herrn- und Frauen Straßen ab, während in gerader Richtung von dem Isar-Strome her die Zweybrücken-Straße durch das nämliche Thor in das Thal (wo die erste herzogliche Wohnung sich befand) über die Hochbrücke dem Rathhaus-Thurme (ehemals Thalburger- oder unteres Thor) zuführt- Letzterer ist mit dem vorderen Schwabinger Thor-Thurm, nachher der Muggenthaler-, dann Lorosee Thurm, der einzige, welcher von den 5 alten inneren Stadt-Thoren noch stehen blieb.