Taxi-Portal Bookmarken bei: Mr. Wong Taxi-Portal Bookmarken bei: Webnews Taxi-Portal München bei: Linkarena Taxi Bookmarken bei: Del.icio.us Taxi München

Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Isar-Thor.

Sendlinger Tor

Die Königliche Residenz von der Nord-Ost-Seite.

Das Sendlinger Tor in München

SENDLINGER-THOR

Kreuzthurm      

In Münchens frühester Zeit war die Stadt südwestlich gegen Sendling mit dem, erst in unseren Tagen abgebrochenen Ruffinithurme geschlossen. Unter Rudolphs I., Stifters der kurpfälzischen Linie, und seines jüngeren Bruders, des nachmaligen Kaisers Ludwig IV. Regierung erfolgte, die Erweiterung, und der Bau der äußeren Thor. Das gegenwärtige Sendlingerthor ist durch feste altdeutsche Architektur vor den übrigen ausgezeichnet. Und doch hätte der, allem Alten unbedingt abholde, Zeitgeist dessen Zerstörung durchgesetzt, wäre nicht König Ludwig, des damaligen Kronprinzen, rettendes Vorwort dazwischen getreten. Diesem allein hat dasselbe seine Fortdauer, und die, im Vergleiche mit Augsburg, Nürnberg und Regensburg, an Denkmälern des Mittelalters keineswegs reiche, Haupt- und Residenzstadt zu verdanken, daß sie, neben dem Verluste der, in so mancher Rücksicht merkwürdigen, St. Lorenzkapelle im Altenhofe, nicht auch dieses, an die ruhmreiche Epoche Ludwigs des Bayers und seiner treuen Münchner großartig erinnernden Denkmahles entbehren muß. Durch den über die Thorbrücke sich langsam bewegenden Leichenzug wird die Nähe an der Thalkircher Strassee liegenden, mit unzähligen, zum Theil sehr schönen Monumenten gezierten, allgemeinen Leichenackers für die drey christlichen Konfessionen des Königreichs und die Glieder der griechischen Kirche angedeutet. An der nämlichen Strasse bey Mittersendling haben die Häbräer ihren Begräbnisplatz.

Der Thurm, welcher neben dem Thore rechts gesehen wird, gehört zur Allerheiligen-Kirche auf dem Kreuze. Diese wurde in den Jahren 1480 bis 1485 auf dem ehemaligen Haberfelde, das von hier bis zu den Augustinerkloster reichte, anstatt der seit dem Ende des 13ten Jahrhunderts in der Mitte des Marktplatzes von dem Münchner Patrizier Ainweich dem Gollier gestifteten Gollierkapelle erbaut. In der Folge diente sie dem uralten, reichen und mächtigen Geschlechte der Sluder, Abstämmlinge der Sachsenhauser und Gollier, zum Erdbegräbniß.

Ob dieses Thor und die zu demselben führende Sendlingergasse ihre Benennung von dem schon in der ältesten Zeit bekannten Pfarrdorfe (Sentilinga) welches in Ober-, Mitter-, wozu auch die Wallfahrtskirche Thalkirchen gehört, und Untersendling abgetheilet ist, (eigentlich drey Dörfer), von dem Patriziergeschlechte der Sendlinger, aus dem Konrad III. Bischof zu Freisingen (erwählt 3. Oktobers 1314 gestorben 12. im April 1322) entsprossen war, ableite, bleibt eine immer unentschiedene Frage.

Die Gegend um Sendling ist durch die Metzeley, welche am heiligen Christtage 1705 fremde Uebermacht an den bayerischen Vaterlandsverteidigern ausgeübt hat, historisch-merkwürdig geworden. „Weit umher lagen die Felder mit Todten und Verwundeteten bedeckt. Derselben sollten über zweytausend gewesen seyn. Sechshundert Verstümmelte wurden von den Siegern sogleich in die Stadt gebracht, nicht zum Beweiß des Erbarmens (dreymal war Pardon versprochen, und eben so oft höhnisch gebrochen worden), sondern den Bürgern von München zum schreckenden Schauspiel. In winterlicher Kälte und Nässe, hingeworfen in Koth, ächzten die Blutenden elend auf den Gassen ohne Verband und Erquickung. Wer die Grausamkeit überlebte, ward mit beginnender  Nacht zu den Krankenhäusern geschleppt. „Das diesen im heiligen Kampfe für Bayern und Wittelsbach gefallenen Patrioten gewidmete Monument wird nächstens errichtet werden.