Lebschèe - Malerische Topographie
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Neuer Festsaal-Bau |
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(Hofgartenseite.)

DIE KÖNIGLICHE RESIDENZ
von der Hofgarten Seite
Mit erhabener Pracht zeigt sich dieser allein zu großen Hof-Festen, Audienzen, Tafeln, sowie zu den übrigen Attributen der glänzenden königlichen Hofhaltung bestimmte, von Ziegelsteinen erbaute und mit hydraulischen Kalk, dem Kellheimer Sandsteine ähnliche Palast nach dem Plane des geheimen Rathes Leo von Klenze vollführt.
Die imponierende Facade hält in der Länge 860 Schuh und steht mit den Hofgarten-Arkaden in Verbindung. Die großartige Mittelsäulenstellung auf verhältnißmäßigen Unterbau und mit verkropften Gesimse, tritt mit einem Balcon hervor, dessen Giebel acht allegorische Figuren, die Regierungsbezirke des Königreiches, und am oberen und am unteren Ende in gleicher Weise zwei sitzende Löwen aus Sandstein, verherrlichen, welche gleich den Basreliefs hinter der oberen Säulenreihe aus Bayern reicher Geschichte von Professor Ludwig Schwanthaler ausgeführt sind.
Drei Hauptthore hat das Mittel-, eben so viele jedes der zwei Nebengebäude. Die äußeren Flügel harmonieren mit dem Pavillon in der Höhe, wie in der Gallerie; die Fensterblöcke haben langeckige Form.
Im Inneren reiht sich Saal an Saal, der größte von ihnen der Thronsaal 57 Schuh hoch 75 breit 112 tief mit zwei Tribühnen zu beiden Seiten, wovon jede von 10 Säulen getragen wird, ist bestimmt nach Professor Ludwigs Schwanthalers Modellen von Inspektor Stiegelmayr in Erz gegossene und vergoldetet 12 Statuen die Ahnen des erlauchten Königshauses vorstellend, aufzunehmen. Jede derselben ist 11, mit dem Piedestal 16. Schuh hoch.
An diesen an und gleichsam durch Fortsetzung einer ähnlichen Säulenreihe in Verbindung stehen der Habsburger Barbarossa und Karls-Saal, welche drei mit kolossalen bildlichen Darstellungen und den drei großen Epochen der deutschen Geschichte aus dem Leben Rudolphs von Habsburg, Friedrich Barbarossa und Karl des Großen ausgeschmückt werden, deren Entwurf und enkaustische Ausführung Professor Julius von Schnorr mit seinen Gehülfen vollführt.Durch den großen Ballsaal, welcher ebenfalls am oberen und unteren Theil Tribünen von sechs Säulen getragen für Musik und Zuschauer hat, und zwei Spielkabinette, gelangt man am Ende in die östliche Schlußresolit, welche den Siegessaal enthält, der bestimmt ist die mit Oelfarben auf Leinwand gemalten Bilder der Künstler Peter Heß, Albrecht Adam, Wilhelm von Kobell, und D. Monten aufzunehmen und die Schlachten bayerischer Krieger aus diesem merkwürdigen Jahrhundert darstellen.
Unter diesem im Erdgeschoss befindet sich der, wegen seiner alterthümlichen Bauart sowohl, als vorzüglich, daß Herzog Christoph der Starke von Bayern hier gefangen daß, historisch merkwürdige Thurm, durch welchem man in den Saal gelangt, der den künftigen Hausschatz aufnehmen wird.
Sechs Gemächer dieses Erdgeschosses, welches nicht zum königlichen Haushalt bestimmt sind, werden nach Professor Ludwig Schwanthalers Composition Bilder zu den Gedichten der Odyssen enthalten und enkaustisch von G. Hillesberger gemalt.