Lebschèe - Malerische Topographie
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Die Pfarrkirche Maria-Hilf |
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DIE PFARR KIRCHE
In der Vorstadt Au
Schon längst war ein großes Gotteshaus Bedürfnis der zahlreichen Bewohner dieser größten Vorstadt Münchens, was dem König Ludwig dem I. von Bayern Veranlassung gab, den von dem Regierungs-Baurath Ohlmüller entworfenen Plan zu genehmigen und zur Erbauung dieses Gotteshauses 100,000fl. aus Seiner Cabinets-Cassa zu schenken, wodurch es der Gemeinde möglich wurde, im Jahre 1831 diesen Bau zu beginnen und mit Zuschießung eigener Mittel im Jahre 1839 zubeenden.
Er erscheint im reinenaltdeutschen oder Spitzbogen-Style nach der alten Fialen-Gerechtigkeit, das Hauptportal, die beiden Vorder- und die drei Rosenfenster, die Krönung der an dem Thurm sich anschließenden Nebenseiten, so wie der Riese des Thurms sind von Sandsteinen, das Uebrige aus Ziegelsteinen, ohne äußeren Mörtels-Anwurf; der Thurm (mit Kreuz, zu 5 Schuh), 270 Fuß hoch, mit Spitzbedachung von durchbrochener Arbeit ist einzig in seiner Art, und hat zwei Nebentürmchen, so wie derlei kleinere rings um das Kirchendach stehen. Auf beiden Seiten und auf dem Chor sind 19 Fenster über 32' hoch und 12 Fuß breit. Der königliche Gründer läßt dieselben mit Glasmalereien schmücken und bestreitet die Kosten dafür ebenfalls aus Seiner Cabinetskassa; selbe zeigen in einer Reihenfolge die Freuden und Leiden der Mutter Gottes Maria. Die Compositionen hiezu, so wie die Ausführung in Farben, haben unter der Leitung des Professors Heinrich Hess mehrere Künstler der hiesigen königlichen Porzellan-Fabrik, Fischer, Räckel, Eggert und Andere bewerkstelligt, wovon die 7 Chorfenster ganz mit Malereyen, die übrigen aber nur untern ein Hauptbild haben, und wovon der obere Theil mit Laubwerken reich verziert ist. Das Ornamentale, ein sehr bedeutender Theil dieser Malerei, wurde vom Inspector Ainmiller geschaffen.
Der innere Raum des Tempels, 3 Schiffe bildend, har 255 Schuh Länge, 81' Breite und 80' Höhe. Die Gewölbe ruhen auf 16 mit Rippen durchzogenen Säulen. Außer dem Hauptaltar erheben sich zu beiden Seiten 2 Nebenaltäre. Der Pietät eines kunstliebenden Fürsten haben diese Gott geweihten Hallen nicht allein ihr Entstehen, sondern auch mehrere erhabene Zierden zu verdanken.
