Lebschèe - Malerische Topographie
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Die Ludwigskirche |
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LUDWIGSKIRCHE
Auf des König Ludwig I. Veranlassung, ward im Jahre 1829 der Bau dieses Prachttempels des Herrn nach Oberbaurath von Gärtners Plan in dr Ludwigstrasse begonnen.
Die Facade erhebt sich 110 Schuh hoch, der Löwenstrasse gegenüber, von erprobten weißen Kalkstein, der durch die Zeit einen gelblich grauen Ton annimmt, und aus dem auch die an den beiden Seiten stehenden gleichen pyramidenförmig endenden Glockenthürme von 270 Schuh Höhe erbaut sind.
Das Mittel zieren fünf Nischen; Christus und die vier heiligen Evangelisten, dann eine große Fensterrosette, den rechtwinkligen Giebel das Zeichen des Kreuzes, di beiden Seiten desselben die heiligen Apostel Petrus und Paulus, sämtliche Statuen von Professor Ludwig Schwanthaler ausgeführt.
Ueber breite Stufen gelangt man in drey Eingängen und durch eine Säulenvorhalle (deren Kreuzgewölbe im Inneren das Orgelchor tragen) in das Haus Gottes, von 250 Schuh Länge, welches ein Mittelschiff und Seitenschiffe bildet, jedoch der Letztern in drey Kapellen abgeschlossen, deren Gewölbe von massiven Pfeilern getragen werden.
Wände und Wölbung der drey Chöre des Mittel- und Querschiffes prangen mit Freskomalereyen von der Composition und Ausführung des Direktors P. von Cornelius.
Das Hauptbild stellt am hohen Choraltare das jüngste Gericht im ausgeführten Ideale dar, unter Gott dem Vater, Schöpfer und Erhalter der Welt, den Sohn und Weltheiland und Richter, den Geist der Gemeinschaft der Heiligen und der christkatholischen Kirche und so weiter.
Die Bedachung ist musisch mit buntgebrannten Platten versehen, breiet sich wie ein gewirkzer Teppich über das Ganze.
Durch äußere Bogengänge ist übrigens die Verbindung des Tempels zu beiden Seiten mit den Pfarr- und Meßnerwohnungen hergestellt.
Ausser den bedeutenden Schenkungen des Königs wurde dieses Gotteshaus aus den Mitteln der Haupt- und Residenzstadt erbaut.