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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Die Ludwigskirche

Die damalige griechische Kirche.

Die Allerheiligen-Hofkirche

Die damalige griechische Kirche Sankt Salvator in München

DIE GRIECHISCHE KIRCHE.
St. Salvator

An der Prannerstrasse ließ Bayerns Herzog IV. die Salvator-Kirche erbauen, deren Umgebung den Leichenacker für die unser lieben Frauen-Pfarre in der Art bildete, wie jene der Allerheiligen-Kirche an der Kreuzgasse für die St. Peters-Pfarr. Die Kirche, im gothische Style, hat 3 Portale, eine ansehnlichen, unten in 3 Absätzen viereckigen, oben in gerundeter Kuppel endenden Glockenthurm, 11 hohe Fenster mit herrlichen, später zum Theile leider vernichteten Glasmalereyen, schöne Wölbungen,und eine Emporkirche mit Malerwerk, dann der Jahreszahl 1494, renoviert 1774. Drei Altäre schmücken sie, so wie mehrere alte Gemälde von Ulrich Führer, Hans Mielich undMächselkircher. Das Choraltarblatt Mariens Himmelfahrth, von Georg Fischer, befindet sich gegenwärtig in der neuen Domsakristey. Schon ein Jahr vor der Erbauung vergabte hiezu des regierenden Herzogs Bruder, Sigmund, ein ihm gehöriges, gegenüber gelegendes Haus mit Scheune undHofstatt. Eine einfache steinerne Säule, in Mitte des Leichenackers gestellt, mit breitem Aufsatze, religiöser Verzierung und gothischer Umschrift:

„Albert Pfalzgraf bey Rhein, Herzog in ober und nieder Bayern hat das Werk machen lassen anno 1494.“

sollte das Ansehen an den Stifter verewigen. Allein bey Anlegung des allgemeinenBegräbniß-Platzes vor dem Sendlinger Thore, und Einebnung des Kirchhofes, ward die Säule, statt in die Kirche, auf jenen versetzt, wo sie in unhistorischer Bedeutsamkeit noch, aber sehr verwittert zu sehen ist.

Bey der allgemein nothwendig erachteten Verminderung der Bethäuser am Eingange des 19ten Jahrhunderts hat man auch diese Nebenkirche abgewürdigt, nachher den freien Platz zu einem 2tenVictualien-Markte verwenden wollen. Indessen, bey längerem Aufenthalte mehrerer Griechen in Bayerns Hauptstadt, befahl König Ludwig zu ihrem Gottesdienste die zweckmäßige Restaurierung im Jahr 1829, dessen Ausübung einem Archimndriten mit dem nöthigen Sängerchor übertragen ist, welch letzteres abwechslungsreich mit ersterm Hymnen und Psalmen singt. Es wurde zu diesem Ende ein einfacher, in der Mitte freistehender Altar mit Seitenflügeln und Hintergrund zur heiligen Handlung errichtet, auf welchem plattgenmalte Heiligen-Bilder sich befinden, da alle geschnitzen oder gegossenen, gleich der Instrumental-Musik, verbannt sind. Die griechische Kirche unterscheidet sich übrigens von der katholischen blos duech einige Verschiedenheit der Lehre, durch jährlich viermalige Fasten-Zeit, durch eigenthümliche Spende einiger der 7 heil. Sakramente, u. s. w. Das Zeremonielle ist hiebey von großem Umfange.

Später wurde die griechische Pfarr-Gemeinde in München außer den in dem königl. Kadeten-Corps gebildeten Jünglingen mit einem Knabenlehr-Instintut, dann einer Gesandtschaft vermehrt.