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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Die evangelische Kirche

Die Allerheiligen-Hofkirche.

Die Ludwigsstrasse.

Die Allerheiligen-Hofkirche in München

ALLERHEILIGEN KIRCHE.
 

Nach dem Muster sogenannter byzantinischer Kirchen des 11ten Jahrhunderts, jedoch ohne äußere Kuppelform, ward im Jahre 1826 dieses religiöse Bau-Denkmal König Ludwigs I. nach geheimen Rath von Klenze`s Plane begonnen. Am Festtage Allerheiligen 1837 wohnt der König dem ersten feierlichen Gottesdienste bei. Die Kirche hat 165 Schuh Länge, 100 Schuh Breite, 80 Schuh Höhe, ein vorgothisches Portal, zu welchem Stufen führen, ober demselben in der Lünnette eine Skulptur, der segnende Welterlöser, zu beiden Seiten knieen Maria und Johnnes der Täufer in Relief, dann zwei Statuen des heilgen Petrus und Paulus von Eberhard aus Sandstein.

Die Facade ist auf dem Giebel und rückwärts mit dem steinernen Zeichen des Kreuzes, am Rande mit Alkantus-Blättern, auf den Seitengesimsen vorn und rückwärts mit16 Nieschentürmchen, die Mitte derselbenendlich mit künstlicher Fenster-Rosette geziert. Das Ganze zählt im Haupt- und Nebenbau 42 gothische Fensteröffnungen.

Dieser Prachttempel Gottes im Inneren steht, östlich mit der alten und neuen Residenz in Verbindung, gegen den Marstall-Platz, der königlichen Reitbahn gegenüber. Rückwärts des Chores ober der Sakristey laden zwei, auf freistehenden eisernen Glockenstuhle mit Kupferdah befindliche Glöcken die Gläubigen zum Gebet ein. Beim Eintritt überrascht vor allem die wohltätige Wirkung, daß nirgends der Lichtschein der Fenster das Auge trifft. Gemüthergreifend ist der Eindruck der ganzen bei uns einzigen Kunst-Schöpfung dieser Art.

Acht Marmorsäulen mit vergoldeten Capitälern und vier Pfeilern tragen die zwei königlichen Logen, wie die Emporen zur Aufnahme des Hofes, und scheiden die Schiffe; auf zwei Säulen ruht der Orgelchor. Die Wände sind aus Stückmarmor-Mosaik; die Böden mit Pflastersteinen künstlich belegt. Im Winter wird das Ganze durch Röhren-Beheizung erwärmt.

Der reiche Bilderschmuck beider Kuppelrotunden, Wölbungen und Nischen auf Goldgrund in Fresken ist das Werk von Professor Heinrich Heß und seinen Gehülfen, enthält kirchliche Beziehungen des alten und neuen Testaments durch Darstellung der Hauptepochen und der darin Handelnden, als: Jehovah, Gott der Vater, Christus, Gott der Sohn, Gabe, Wirkung und Segnung unserer Kirche, Gott der Christ mit allen Heiligen, u.s.f. Die Choraltar-Nische zeigt unter anderen Gestalten Gottes-Mutter Maria, zur Seite Petrus und Paulus, Moses und Ilias, über diesen Christus in der Gloria, Gott der Vater und Gott der Geist, die heilige Dreieinigkeit versinnlichend. Die zwei Seitenaltäre enthalten Christus in der Höhe, anbetend vor die Beschirmer der Königlichen Hausorden, St. Georg und St. Hubertus; dann die heilige Maria mit dem göttlichen Kinde Jesu, vor ihr die Schutzheiligen des erlauchten Gründers dieser Kirche und Seiner Gemahlin, Ludwig und Theresia.