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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Glyptothek

Die Pinakothek.

Das astronomische Gebäude

Die Pinakothek zu München

PINAKOTHEK
königl. Gemälde Gallerie

Im Jahre 1826 ward dieser seltene Kunsttempel aus gewöhnlichen inländischen Quadern durch Geheimen Rath Leo von Klenze zu bauen angefangen, in 10 Jahren vollendet und mit mehr als 1500 Bildern des älteren  und neueren Gemälde-Schatzes Bayerns in neun großen Sälen dann 23 Kabinetten durch den Central-Gallerie-Director von Dillis eingerichtet.

Dieses Prachtgebäude stehet auf einen ganz freien Platze der Max-Vorstadt, welchen Garten-Anlagen schmücken. Seine von Osten nach Westen gerichetet, 520 Schuh betragende Fronte hat oben und unten vorspringende Queransätze, der ersteren Süd- und Nord-Seite unter einer Altan mit 4 Säulen einen Haupteingang; zum gewöhnlichen Gebrauche aber ist ein besonderes Portal an der östlichen Seitenfacade der Barerstrasse zu, gegenüber dem Infantrie-Kasernenhofe, vor welchem zwei kolossale Löwen ruhen, bestimmt. Ober den hohen Fensterreihen prangen auf das Dach Zinnen 25 Statuen älterer ausgezeichneter Maler Raphael, M. Angelo, Van Dyk, A. Dürrer ec. nach Professor L. Schwanthalers Modellen von Leeb, Mayer u.A. in Sandstein ausgeführt.

Eine weite Säulenvorhalle empfängt beim Eintritte den Freund schöner Künste; zwei geräumige Treppen geleiten ihn in des oberen Stockwerkes lichte Räume, wo mit dem Saale der Stifter die vereinigte Gemälde-Gallerie verschiedener bayerischer Landestheile beginnt. Der erste Grund zu einer Sammlung für Altbayern wurde durch dessen kunstsinnigen Regenten, Herzog Albrecht V. gelegt. Alle Nachfolger haben dieselbe bereichert. Ihren größten Zuwachs erhielt sie vom Churfürsten Karl Theodor und König Maximilian Joseph durch die Düsseldorfer, Mannheimer und Zweybrücker Gallerien. Höchst wertvolle Schätze fügte König Ludwig hinzu. Ueberraschend ist der Anblick der 400 Schuh langen offenen Säle, in welche das Licht des Tages von oben durch 11 angebrachte Glasrotunden oder Laternen magisch fällt. Die Ordnung der Gemälde ward durch die verschiedensten Schulen und ihre Zeiten-Folge bedingt.

Die Säle enthalten nämlich Werke der oberdeutschen Schulen aus denm 15. und 16. Jahrhundert, aus der späteren ober- und niederdeutschen Schule der späteren Niederländer, 90 Bilder von P. P. Rubens allein, Gemälde der Spanier, Franzosen und aus der italienischen Schule. Ebenso die Kabinette. Hohe Thüren führen aus jeder Abtheilung hinaus in einem Corridor (Loggia) welcher durch seine hohen Bogenfenster eine überraschende Aussicht über die Hauptstadt gestattet. Dieser Bogengang ist mit Freskomalerein geschmückt, die eine geschichtliche Darstellung und Entwickelung der Kunst zunächst der Malerei vom 13. bis ins 16. Jahrhundert in chronologischer Ordnung geben. Director von Cornelius hat selbe in kleinen Zeichnungen entworfen und Professor Elms. Zimmermann erhielt im Jahre 1827 vom König den Auftrag nach denselben die eigentlichen Kartons und deren Ausführung in Fresko zu bewerkstelligen. Von den 24 Loggien sind 13. der italienischen Kunst (von Siambre bis Rafael und 12 der deutschen, französischen niederländischen Kunst, von Van-Dyk bis zu Rubens) gewidmet. Ein großer Theil dieser umfassender Arbeit ist von Zimmermann selbst mit Beihilfe seiner Freunde (Gassen, Hiltensberger u. a. unter seiner Leitung bereitsvollendet, so zwar, daß im Jahre 1840 dieses bedeutende Werk gänzlich beendet sein dürfte.