Taxi-Portal Bookmarken bei: Mr. Wong Taxi-Portal Bookmarken bei: Webnews Taxi-Portal München bei: Linkarena Taxi Bookmarken bei: Del.icio.us Taxi München

Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Das allgemeine Krankenhaus

Die neue Isarbrücke

Der Parter in München

Die neue Isarbrücke

DIE NEUE ISAR BRÜCKE.

    Gasteig Versorgungshaus

Die Isar, eine reißener Bergstrom; entspringt zwischen hall und Insbruck oberhalb dem Haller-Berge im Gebirge auf dem Heisenkopf in der Herrschaft Thauer, tirolischen Gerichts Hertenberg. Sie nimmt ihren Lauf durch das Karwendelthal westwärts nach dem Gränzpaß Scharnitz, wo sie Tirol verläßt. Erst zu Mittenwald im bayerischen Landgerichte Werdenfels wird sie Floßbar, und fließt bey Tölz; Wolfratshausen, München, Freisingen, Mosburg, Landshut, Dingolfing und Landau vorbey. Nachdem sie, nebst mehreren minder bedeutenden tirolischen und bayerischen Flüssen und Bächen, unweit Wolfratshausen die Loisach, bey Freisingen die Mosach, bey Isareck die Ammer aufgenommen hat, stürzt sie sich unterhalb Deckendorf in die Donau. Auf diesem Flusse werden italienische und tirolische Güter, Früchte, Weine Seidenwaren ec. ein- und nach Oesterreich durchgeführt. Ungleich bedeutsamer ist die Einfuhr aus dem Isarkreis von Bau-, Werk- und Brennholz in großer Menge, von Kohlen, Kalk, Gyps, Kreide ec. nach München und anderen bayerischen Ortschaften, und durch Vereinigung mit der Donau, die Ausfuhr nach Oesterrreich, Ungarn und der Türkey. Uederdies verdank München der Isar seine vorzüglichen Bewässerungs-Anstalten. Abe diese Vortheile werden von dem Schaden, welchen sie von Zeit zu Zeit, wenn der in den Gebirgen schmelzende Schnee oder Regengüsse seine Wasser anschwellen, besonders in den frühen Jahren, durch Wegreißung vieler Gründe und Gebäude verursacht, sehr herabgesetzt.

Nach der von dem Herzoge Heinrich dem Löwen um das 1156 unternommenen Zerstörung des, damals Freisingischen, Veringen mit seiner Brücke, wurden die dort bestandenen Handels-Anstalten, Markt, Münze, Salz-Niederlage, Strasse und Zoll nach München übersetzt, und hier über die Isar eine hölzerne Brücke erbauet. Unter dem Kurfürsten Maximilian Joseph im Jahre 1759 kam an ihre Stelle eine (eigentlich zwey) aus Backsteinen erbaute. Am 13. September 1813 Abneds gegen 7 Uhr  erlitt der, zwischen der alten Kaserne und der Vorstadt Au stehende, äußere Theil derselben durch den gewaltigen Andrang des ausgetretenen und überströmenden Flusses einen so beträchtlichen Schaden, daß, wider alles Vermuthen, ihre drey äußeren Bogen einstürzten. Von den Menschen, welche sich eben auf diesem Theile der Brücke befanden, wurden nur sehr wenige gerettet, und nahe an Hundert mit den Trümmern in die Wellen versenkt´.

Der Bau der neuen Brücke aus Quadersteinen in großartigen Style begann im Oktober 1822, und wurde im März 1828 vollendet. Am 3. May solchen Jahres geschah die feyerliche Eröffnung, und JJ. MM. der König und die Königin fuhren darüber. Die Länge derselben beträgt 347 Fuß, die Breite 40 Fuß. Die Bögen, deren 5 sind, formieren Segmente eines Kreises von 97 Fuß 6 Zoll im Durchmesser. Der, in dem laufenden Monate (May 1830) zu frühe verstorbene, königliche und stadtmagistratische Baurath Karl Probst hat den Plan verfertigt, den ganzen Bau geführt, und ihm rühmlichst vollendet. Der königliche geheime Oberbaurath Ritter v. Klenze hat die Oberaufsicht übernommen, und die Verzierungen vorgezeichnet. Der Steinmetzmeister Höllriegel besorgte die Steinarbeiten, und der Zimmermeister Reifenstuhl den hölzernen Grundbau (Schwellrost von Eichenholz). Die Verzierungen in den Brustgeländern sind aus der königlichen Eisengießerey zu Bodenwöhr. Der ganze Bau kostete 380,000 fl.

Im Hintergrund dieses Blattes sieht man den Gasteigberg mit der Armen-Versorgungs-Anstalt, dem Spital der Unheilbaren, und dem Weg nach Bogenhausen, und bergabwärts zum Prater und in den englischen Garten.