Lebschèe - Malerische Topographie
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Harlaching |
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HARLACHING
Harlaching wird als Hadelichingen schon in einer Urkunde von 1193 mit einer Kirche angeführt.
Dieser zwischen Giesing und der Menther-Schwaige an dem rechten Isarufer, theils auf der Anhöhe (Kirche und Wirtshaus), theils in der Ebene (Mühle und übrige Häuser) liegende Ort, bietet aus seinem höheren Standpunkte dem entzücktem Auge ein herrliche Panorama der Königlichen Residenzstadt mit ihrem Thürmen, großen architektonischen Massen, den zahlreichen vorstädtischen Gebäuden und ihrer nahen und fernen Umgebung dar, welches südlich durch die schneeigen Spitzen und hohen Gebirgswände des Bayerischen Hochlandes und des benachbarten Tyrols großartig geschlossen wird.
In artitischer Hinsicht ist Harlaching dadurch merkwürdig, das Claude Gelèe, auch Lorrain genannt, welcher von Keinem übertroffen, von Wenigen erreicht, mit genialen Pinsel Himmel, Erde und Meer auf die Leinwand hinzauberte, in der ertsen Hälfte des 17. Jahrhunderts an diesem Orte einige Jahre verlebt hat. Hier erbaute der unsterbliche Landschaftsmaler für den, damals vierl vermögenden geheimen Rath von Meyer ein, den italienischen Villen nachahmenden Schlößchen, das er bewohnte, und wo er mehrere seiner Meisterstücke für den Kurfürstlichen Hof und seinen eben genannten Gönner entwarf und vollendete. Aber dem durch Italiens milderen Himmerl verwöhnten Künstler blieb das rauhe Klima dieser Gegend unerträglich; er verließ dieselbe, begab sich nach Naci, zog dann wieder nach Italien, und wählze Rom zu seinem Aufenthaltsorte, wo er, 82 Jahre alt, 1682 am Podagra starb. Im Kriege wurde das von Meyerische Schlößchen, welches nicht auf der Anhöhe, sondern in der Ebene senkrecht unter der Kirche stand, in Trümmern geschossen, doch ist der untere Theil aus Quadern von Tuft ausgeführten hinteren Wand, in der Länge von mehr als 150 Schuhen noch sichtbar. Es ist, wie schon Christian Müller bemerkt hat, Schade, daß nicht wenigstens eine Inschrift eines einfachen Steines den Wanderer belehrt: „Hier lebte und malte Claude!“