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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Grünwald

Das Isarthal bei Schöftlarn.

Fürstenried

Das Isartal bei Schäftlarn

Das Isarthal
mit der Ansicht des Bades Scheftlaren

Wenig reichhaltig sind reißende Gebirgs-Ströme an lieblich sanften Ufer-Gegenden, bis sie dieses ihr Element gänzlich verlassen, und die Ebene geweinnen; desto wild-schöner, rauh-bewachsene, bieten sie dar. Durch die engen, steilen Felsen- und Sand-Ufer fortan sich windend, breitet die Isar ihr steiniges Strom-Bett in einer weiten Fläche aus. Hier in düsterer Abgeschiedenheit, wählten fromme Einsiedler-Mönche ihre Zellen; der benachbarte Pfarrherr von Deining, Balderich, ein Edelmann von Geburt, machte die erste Stiftung hiezu im Jahre 780. Ehemals hieß der Ort Weydenbach, Peten- oder Pipenbach, nachher, von Fischer-Zillen oder Schifflein, Schöftilar, welche auch mit 2 Rudern über's Kreuz in dem einen Schild des Kloster-Wappen enthalten sind, endlich Niederschöftlarn. Von bayerischen Herzögen reichlich bedacht, hatte das Kloster weitschichtige Grund-Besitzungen; selbst ein Theil der ursprünglichen Stadt München soll auf dessen Gebiete stehen, so wie es noch 3 Stunden außerhalb, jenseits der Isar, nach Keferlohe, durch Kaiser Ludwig den Bayer einen gefreiten Viehmark nebst Zoll verlegt erhielt.

Nach der Kloster-Aufhebung in Bayern wurden die weitschichtigen Gebäude, das Bräuhaus, die Mühl, nebst dem herrlich kultivierten Gedreid-Feldern und üppigen Wiesen-Fluren verkauft; von ersteren verwendeten Privaten einen Theil zu einer Porzellan-Fabrike, den andren zur Bad-Anstalt, deren Mineralquelle unfern entspringt, und mit Ampermochinger (Maria-Brunn) in Hinsicht guter Wirkung um den Vorrang streitet. Der von einer Seite mit Gebäuden umgebene schöne Gottestempel ward zur Pfarrkirche erhoben.