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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Schäftlarn

Fürstenried

Föhring

Föhring

KÖNGL. JAGDSCHLOSS FÜRSTENRIED

Freundlich überrascht bei einer Strassenbeugung in der Hälfte des, 2 Stunden Entfernung von der Hauptstadt betragenden Weges das königliche Lustschloss Fürstenried, da es hier durch die beiderseits zweckmäßig zurückgesetzten Alleebäume in gerader Linie sichtbar hervortritt.

In älteren Zeiten kommt der Ort unter dem Namen Poschetried vor, wegen dem vielen Gebüsche, das sich in dieser Gegend von jeher befand, und Ried, was einen ausgereunten Platz bedeutet. Weit früher erscheint dagegen das benachbarte Dorf Forstenried, wo schon 1194 eine Pfarrei war, später dann noch das Kirchdorf Neuried. Nach der ersten, hiervon deutlich sprechenden Urkunde v. J. 1409 war damals Besitzer Georg der Pomlinger, Bürger von München. Im folgenden Jahre erscheint Herzog Wilhelm II., und 1497 Herzog Albrecht IV. als solcher. Letzter verpachtete aber die Schwaige, Schäferei, auch Einöde genannt, an Georg Spitzwek gegen jährlich 100 fl., dann Zahlung der Gilden, Zinsen und Vogteien an das Kloster Polling als Grundherrn, wie an das Kloster Ettal, und die Pfarrei Grafing. Herzog Wilhelm der IV. dehnte diese Pacht 1517 für den Sohn des obigen gegen 134 fl. Erlag ec. auf weitere 20 Jahre aus. Im  Jahre 1527 kommt Christoph Lump zu Planeck als Eigenthümer vor, und 1602 der Landschaftskanzler Johann Georg Hörwarth, welchem von Maximilian I. hierauf die völlige Hofmarksfreiheit, gegen Verzicht für immer auf das Reisgejaid und kleine Waidwerk in der Nähe der Residenz, und des Wildbannes wegen, ertheilt ward. In diesem Besitze dieser Familie blieb Poschetsried bis 1715, wo es Ferdinat Joseph Graf von Hörwarth, kurfürstlicher Kämmerer und Hofrath, an den Churfürsten Max Emanuel gegen, im Tölzer Gerichte gelegene Güter seiner Hofmarkt Hohenburg, dann gegen das Schloss Almanshausen am Würmsee, vertauscht hat. Dieser Fürst lies das gegenwärtige Schloß in gefälliger Form 2 Stockwerke hoch, mit einer Kapelle, Beneficikation- und Hofgärtnerwohnung in den Nebengebäuden, und Stallungen in geschlossenem Hofraume, erbauen, rückwärts einen, mit Gemäuer umgebenen, nutz- und schattenreichen Garten anlegen, zum angenehmen Erhöhungsplatze vom Genusse der Jagdfreuden.

Am Tage ach dem herrlichen  Feste, welches am 13. Mai 1727 bei dem Regierungsantritte, dann der Huldigung auf dem Rathause zu München, von dem Churfürsten Karl Albrecht gegeben worden ist, wobei Wein floß für das Volk, und 26000 Goldstücke ausgeworfen wurden, hielt man in dem niedlichen Lustschloße zu Fürstenried ein Damencaroussel, wo die Hofdamen innerhalb den Schranken in zierlichen offenen Halbkaleschen im Galoppe herumgefahren wurden, um ihre Pfeile nach den, als Ziel aufgestellten Liebesgöttern zu werfen, während am 15. hierauf in Allach ein Hirschtunier war, bei welchem im Herumgaloppieren auf die, in gewisser Entfernung angebundenen Hirsche mit Pistolen gefeuert wurde.

Im Jahre 1778 begann Maria Anna Sophia, des Churfürsten Maximilian Joseph III. Witwe, und geborene königliche Hoheit von Polen und Sachsen, 1785 Stifterin adelig-weltlichen Damenstiftes zur heiligen Anna in München, ihre, dem Wohlthuen gewidmeten Tage zur Sommerzeit hier in angenehmer Einsamkeit und Naturfreude bis zum Lebensende 1797 zu geniesen, seit dem nun alles verwaist steht. In dem unteren Saale sah man durch ein Fernrohr gerade auf die Uhr des einen der unser lieben Frauen Kirchthürme, und in dem oberen verewigten  große Bilder jugendlichen Ehelebens die Liebe der bezeichneten beiden Fürstenpesonen.

Die zu einer bedeutenden Ausdehnung gelangte Meierei in Fürstenried, nebst Weihenstephan eine Filialökonomie von der königlichen Muster-Landwirtschaft Schleißheim, ist auch gegenwärtig wieder verpachtet, und zwar, neben anderen Bedingnissen, gegen jährliche 100 fl. Pachtgeld.