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Stadtgründungsfest

Lebschèe - Malerische Topographie

Fürstenried

Föhring

Nymphenburg

Föhring bei München

FÖHRING
nächst München

Malerisch ist der Anblick des Pfarrdorfes Oberföhring (zum Unterschiede von dem, eine halbe Stunde weiter unten befindlichen Unterföhring so genannt) von der Wasserseite, auf dem rechten Isar-Ufer gelegen, wohin man aus der Stadt durch den englischen Garten über die Bogenhauser-Brücke, den beschatteten Isar-Damm in weit ausgebreiteten und bebuschten Auen, und einem Theil des leeren Fluß-Bettes bei geringem Wasser-Stande zu Fuß in fünf Viertelstunden kommen kann. Der Fahrweg führet etwas weiter an der Bogenhauser-Höhe auf der, über Ismaning nach Freising ziehenden Bicinalstarsse.

Hinreichend geschichtlich bekannt ist der Ort Vering, schon unter Herzog Thasssilo eine Villa mit eigener Kirche, unter Ludwig dem Kinde an das Bisthum Freising geschenkt, während des sechszehnten Bischofes Gottschalk Regierung dortselbst von Kaiser Friedrich nebst anderen mit dem Markt-, Zoll- und Münz-Rechte begabt und durch die Säcularisation der geistlichen Güter 1803 wieder an Bayern gefallen. Es befand sich ein bischöfliches Schloß, eine Salz-Niederlage, Brücke über die Isar, Münz- und Zoll-Stätte in diesem gewerbigen Flecken, als ihn 1158 Herzog Heinrich der Löwe aus Eifersucht für sich und sein eben entstehendes München überfiel, und zerstörte. Seit dem ist und bleibt es herabgesunken zum einfachen Bauerndorfe, und es übrigt bei dem (sonst häufigern) Besucher der Münchner nur noch die wehmüthige Erinnerung an die wechselnde Vergänglichkeit alles Irdischen.

Die Pfarrkirche mit dem Sattel-Thurme ist von ungewöhnlicher Länge, das Schul-Haus in neuester Zeit von den Steinen des demolierten Eremiten-Kirchleins in dem nahen St. Emeraan verbaut.