Lebschèe - Malerische Topographie
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Die Magdalenenkapelleim Garten des königlichen Lustschlosses Nymphenburg. |
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DIE MAGDALENEN-KAPELLER
im Garten des königlichen Lust-Schlosses Nymphenburg
Im Jahre 1720 erbaute Kurfürst Maximilian in einem dunklen Gebüsche des Nymphenburger Gartens, als von außen scheinbare Ruine, eine Einsiedelei mit einer der büßenden Magdalena geweihten Kapelle, einem Thürmchen und vielen Gemächern, welche fürstlich-einsiedlerische Geräthschaften enthalten.
Sie ist vorzüglich durch ein Vorhaben dieses Kurfürsten merkwürdig, das, wie es scheint, bisher allen Bayerischen Geschichtsschreibern ganz unbekannt geblieben ist. Maximilian Emanuel, in seiner Jugend, nach dem Vorbilde seines Königlichen Freundes Ludwig XIV. von Frankreich, in hohem Grade galant, ergab sich in späteren Jahren, wie dieser, frömmelnder Andacht, und faßte endlich gar den sonderbaren Entschluß, nach dem vorhergegangen Beispiele seines Hypochondrischen Enkels, des Spanischen Königs Philipp V., die Regierung dem Kurprinzen Karl Albert abzutreten, und seine übrigen Lebenstage in dieser Einsiedelei mit Andachtsübungen und Bußandachten zuzubringen. Sein am 26. Hornung 1726 erfolgter Tod hinderte die Ausführung.
Früher hatte der nämliche Kurfürst im Unfange dieses Gartens das niedliche Badenburg erbaut, welches in der galanten Chronik damaliger Zeiten ziemlich berühmt gewesen ist.
In einer anderen Abtheilung gegenüber steht Amalienburg, vom Kaiser Karl VII. seiner Gemahlin zu Ehren errichtet, und mit den reichsten Tapeten von eingewirktem Gold und Silber verziert.
Auch Pagodenburg, mit Verzierungen aus Chinesischen Porzellain und solchen Papiertapeten, verdient gesehen zu werden.
Die unweit Amalienburg unter König Max bestandene Menagerie war nie bedeutend, und konnte mit jenen von Paris, Wien und Stuttgart keine Vergleichung aushalten.
Zu Nymphenburg vorzüglichsten Zierden gehört das Kabinetsgärtchen neben den Fenstern des Pavillions der verwittweten Königin Karoline, voll süßer Erinnerungen an das glückliche Familienleben des Königlichen Hauses. Neben einer sehr schönen Wasserkunst sind hier die Statuen Apollo mit Armor, Adonis, Faun und Leda aufgestellt, Meisterwerke unseres Professors Eberhardt, welcher, wie sein trefflicher Bruder, als Künstler in Italien und Deutschland geschätzt, als Mensch durch sein gemüthliches, anspruchsloses Benehmen sich die Liebe aller ihn näher Kennenden erworben hat.
Südlich von Nymphenburg kömmt man durch eine lange Allee in den Thiergarten, eigentlich Hirschgarten, eineneingeschlossenen Park, worin viele zahme Damhirsche unterhalten werden. In dem freundlichen Jägerhause erhält man Erfrischungen.