Lebschèe - Malerische Topographie
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Gross-Hessellohe. |
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GROSS HESSELLOHE
an der Isar
Wer kennt nicht diesen allgemeinen Belustigungs-Ort der Bewohner Münchens, welcher sich von allen in der Umgebung am längsten seit undenklichen Zeiten erhält. Ein angenehmer Weg zu Fuß und zu Wagen führt dahin, und nachdem die Lustwandelnden das, in der Abbildung sich zeigende Landhaus (einst die stille Zufluchts-Stätte eines, aus der französischen Revolutions-Epoche bekannten Mannes) und die Brauerei passiert habne, treten sie bei dem Sommerkeller über eine Anhöhe in den schattigen Buchenhain der regsten Freude für alle Stände. Hier, wo bis zum Anfange dieses Jahrhunderts ein frommer Waldbruder (Klausner) Gott und der Welt in seiner Einsamkeit durch Gebet und Unterricht der Bauernkinder von den umliegenden Dörfern dientem wofür er von den Aelteren kümmerlich ernährt wurde, von den Städtern aber für einen kleinern Teufelsspuck durch einfache Maschinen manches Trinkgeld erhielt, trohnet jetzt die schöne Münchner-Welt in Tanz und Ueppigkeit, besonders an Sonn- und Feiertagen. Ein, 1601 zum Erstenmale eingeweihtes Kirchlein mit Thürmchen, ein Gasthaus, und eine Menge hölzerner Buden längs der westlichen Ufer-Höhe der vorbeirauschenden Isar, von unzähligen Tischen und Bänken und einem Tanzplatze im Freien umgeben, bezeichnen den Lieblings-Platz des Tages. Die angenehmen Spaziergänge in der Nähe des königlichen Brunnen-Thurmes, im Walde gegen Pullach, oder unten im Thale beim Brunnenwärter-Häußchen, ergötzen auf dei manigfaltigste Weise. Der Kirchweihtag (Pfingstmontag) ist der Besucheste von allen. Schon unter Herzog Thassilo ward die Villa Hassinloch an die Kirche des heiligen Dions in Schöftlarn vergabt; später (1301 und 1532) kam das Ganze käuflich zur heil. Geist-Spital-Stiftung in München, von da 1808 in Privathände, wo auch das Bräuhaus enstand.
