Sprengung des Agfa-Hochhauses

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Das AGFA-Hochhaus wir d am Sonntag, den 17.02.2008 um 12.00 Uhr gesprengt.

Webcam Bilder einen Tag vor der Sprengung des Agfa HochhausesBilder einen Tag vor der Sprengung

Das wird mit 125 kg Sprengstoff die größte durchgeführte Sprengung in München.

Das Gelände um das Agfa-Hochhaus wird weiträumig gesperrt (siehe Plan) für die Anwohner wurde ein Informationsblatt herausgegeben.

Ablauf der Sprengung des Agfa-Hochhauses

Bei Hochhäusern die höher als 25 m sind ist ein normales Abtragen nicht verantwortbar, einerseits aus wirtschaftlicher Sicht und andererseits ist eine wochenlange Lärm- und Staubbelastung der Anwohner nicht vertretbar.

Das Bauwerk muss mit einer Kipp- Dreh-Sprengung in eine vorbereitete Grube umgelegt werden. Eine einfache Sprengung könnte die Fahrbahn des Mittleren Ringes begraben oder auf die Kantine stürzen, die weiterhin noch benützt werden sollte.

Um diese Kipp- Dreh-Sprengung durchzuführen muss zuerst in den unteren fünf Stockwerken ein seitliche Sprengmaul herausgesprengt werden um in Kippen in östlicher Richtung einzuleiten. Zehntel Sekunden später werden auf der Nordseite die nächsten Sprengladungen gezündet um das Gebäude in die Fallgrube zu leiten.

Trotz Wässerung der einzelnen Etagen am Sprengtag wird eine intensive Staubentwicklung erwartet.

  • Es werden 400 Wohnungen in 23 Anwesen evakuiert.
  • Ab 9:00 wird das Agfa-Hochhaus mit einem Radius von 200 m abgesperrt.
  • Ab 11:00 wird der Mittlere Ring gesperrt
  • Um 12:00 wird im Osten des Gebäudes wir eine keilförmige Öffnung gesprengt, das Gebäude wird dann in nord-östlicher Richtung in ein eigens errichtetes Fallbett stürzen.
  • Die Polizei wird durch Lautsprecher das Ende der Sprengung durchgeben.

Sprengsignale

1 x  langezogener Ton - Sprengstelle und Straße unverzüglich verlassen
2 x kurzgezogener Ton - Es wird gesprengt
2 x kurzgezogener Ton - Entwarnung

Vorbereitungen zur Sprengung

Seit Anfang Oktober laufen die Vorbereitungsarbeiten zur Sprengung. Das Gebäude musste erstmals entkernt und schadstoffsaniert werden. Die 6000 qm große Fassade wurde durch Industriekletterer innerhalb von 6 Wochen demontiert. Zur Bestückung von 125 kg Sprengstoff wurden 750 Löcher gebohrt.

Geschichte des Agfa-Hochhauses

Das AGFA-Hochhaus wurde 1959 nach den Plänen von Georg H. Winkler und Claus Winklerf ür die Agfa-Camera-Werke erbaut. Es hatte eine Höhe von 52m mit 14 Stockwerken.

Auf dem 10 ha großen Gelände des ehemaligen AGFA Camerawerkes wurden ab 1982 die Entwicklung der AGFA-Gevaert Gerätetechnik verlagert.

Durch die Insolvenz des Fotogeschäftsbereiches wurde 2005 die Unternehmenstätigkeit eingestellt. Das Traditionsunternehmen konnte trotz Übernahme einer Investorengruppe nicht gerettet werden.

Der Grundstückseigentümer, die Bayer AG wird das Gelände den neuen Anforderungen neu gestalten.

Auf dem gesamten Areal soll nach den Plänen von Andreas Hild und Dionys Ottl auch wieder ein Hochhaus in etwa gleicher Höhe entstehen. Für geplante 300 Millionen Euro soll neben Gewerbebauten und Wohnanlagen auch ein Hotel mit 270 Betten entstehen, zudem ist eine neue Verbindungsstraße geplant.

Bilder des Agfa Hochhauses vor der Sprengung