Stadtbezirk 5 - Au-Haidhausen

| Fläche: | 421,75 ha |
| Einwohnerinnen/Einwohner: | 54.382 |
| darunter Ausländerinnen/Ausländer. | 12.367 |
| Kinder/Jugendliche: | 6.591 |
| Senioren: | 7.809 |
| Stand 31.12_2006. |
Au und Haidhausen, die beiden 1854 eingemeindeten Vorstädte auf der östlichen Flussniederung bzw. Isarhochterrasse, weisen in ihrer geschichtlichen Entwicklung Parallelen auf. Ehedem Herbergenviertel der Handwerker und Tagelöhner, entwickelten sie sich in der Gründerzeit, insbesondere in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg von 1870/71, zu Arbeitervorstädten. Eine Besonderheit des Stadtbezirks waren die zahlreichen, hier ansässigen Brauereien, die an der Terrassenkante ideale Standorte für Tiefbrunnen und Lagerkeller vorfanden. Von diesen Brauereien produziert heute nur noch die Paulaner-Brauerei in der Au.
Während über die Hälfte des Häuserbestandes in der Au, mit seinen für diesen Stadtteil so charakteristischen alten Herbergen, durch Kriegszerstörungen vernichtet wurde, blieb das historische Stadtbild von Haidhausen, mit dem „Franzosenviertel" rund um den Pariser Platz, weitgehend erhalten, allerdings mit der Folge, dass Haidhausen in den 70er Jahren zum zweiten (neben dem Westend) großen Sanierungsgebiet Münchens wurde. Mit der dadurch ausgelösten Aufwertung des Viertels und der direkten Verkehrsanbindung an die Innenstadt (S- und U-Bahn) vollzog sich nicht nur ein grundlegender Strukturwandel von der Vorstadt zum CityRandgebiet (im Gegensatz zur Au, wo dieser Prozess weniger ausgeprägt verlief), sondern auch ein Imagewandel. Haidhausen wurde zum Szene- und Amüsierviertel.
Die in der Au und Haidhausen ursprünglich traditionell
ausgewogene Mischung von Wohn- und Gewerbenutzung ist durch
Auslagerung störenden Gewerbes bzw. Nutzungsumwandlungen in
Veränderung geraten. In Haidhausen entfällt mittlerweile ein
Großteil der Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor
bzw. den öffentlichen Bereich (unter den öffentlichen
Einrichtungen sind u.a. der Bayerische Landtag und das
Klinikum Rechts der Isar zu nennen).
Als Brückenkopf zur City nimmt der Gasteig eine besondere
Stellung ein. Hier steht das Kulturzentrum am Gasteig
(beherbergt Stadtbibliothek, Volkshochschule, Konservatorium
und Philharmonie), das zusammen mit der benachbarten Muffat-Kulturhalle
einen Mittelpunkt des Münchner Kultur- und Musiklebens
darstellt. Mit den alljährlichen Auer Dulten (Jahrmärkte)
und dem Starkbieranstich im wiederaufgebauten Salvatorkeller
hat sich in der Au noch ein Stück traditioneller
Alltagskultur erhalten.
Die Sozialstruktur der beiden Bezirksteile ist nicht zuletzt in Folge des Strukturwandels seit längerem im Umbruch begriffen. Alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohnern steht in verstärktem Maße jüngere Bevölkerung gegenüber. Der Ausländeranteil bewegt sich auf dem gesamtstädtischen Niveau.