Stadtbezirk 12 - Schwabing-Freimann

| Fläche: | 2.566,44 ha |
| Einwohnerinnen/Einwohner: | 62.430 |
| darunter Ausländerinnen/Ausländer. | 14.288 |
| Kinder/Jugendliche: | 8.165 |
| Senioren: | 9.356 |
| Stand 31.12_2006. |
Zwischen dem 11. und dem 4. Stadtbezirk im Westen sowie dem Englischen Garten und der Isar im Osten schiebt sich der 12. Stadtbezirk keilförmig von der Stadtgrenze im Norden bis zum Siegestor (Abschluss der Ludwigstraße) im Süden. Er ist aus dem Kernbereich der ehemaligen Stadt Schwabing (1890 eingemeindet) mit der Siedlung Biederstein (benannt nach dem ehemaligen Schloss an dieser Stelle), der Siedlung Alte Heide (1918 erbaut), sowie der ehemaligen Gemeinde Freimann (1931 eingemeindet) entstanden. Während die s; weitere Siedlungstätigkeit zwischen den Bezirksteilen sich zunächst nur auf den Bereich zwischen Englischem Garten und Ungererstraße und auf Freimann beschränkte, entwickelte sich westlich da von, zwischen der A 9 und Leopold-/Ingolstädter Straße, ein breiter Keil von nahezu ausschließlich gewerblichen und industriellen Nutzungen, der sich vom Mittleren Ring im Süden bis zur Heidemannstraße im Norden erstreckte. Die in jüngerer Zeit erfolgte Überplanung und Bebauung ausgedienter Industrie- und Gewerbeareale sowie aufgelassener Kasernen und anderer öffentlich genutzter Flächen haben mittlerweile in diesem Teil des Stadtbezirks eine stadtstrukturelle und gestalterische Veränderung eingeleitet. Zu nennen sind die Wohnsiedlung an der Berliner Straße (hinter dem Ungerer Bad), die Büro-Hochhäuser und Verwaltungszentren an der Schenkendorffstraße, sowie als jüngstes Beispiel die Entwicklung der Parkstadt Schwabing (nördlich des Rings, zwischen A 9 und Ingolstädter Straße). Hier entsteht in den nächsten Jahren, auf einem Gelände von 40,5 ha, ein neues Stadtquartier mit einer Mischung von 12.000 Arbeitsplätzen und 1.500 Wohnungen. Eine angemessene städtische Dichte, aber auch ausreichende Durchgrünung und Freiflächen mit einem zentralen Park sind an der Münchner Siedlungsperspektive „kompakt-urban-grün" ausgerichtet. Nördlich des Frankfurter Ringes erstrecken sich noch ausgedehnte Industriebereiche und weitere Gewerbeflächen mit Verwaltungs- und Gewerbebauten (Euro-Industriepark München, Gewerbepark Freimann, Münchner Order Center M.O.C. etc.).
Die beiden namensgebenden Stadtteile des 12. Stadtbezirks spielen eine unterschiedliche Rolle für München: Schwabing wurde zum ausgehenden 19. Jahrhundert durch seine Literaten und Künstler bekannt und genoss den Ruf eines Künstlerviertels mit dem damit untrennbar verbundenen Amüsement wie den Schwabinger Künstlerfesten und einer Vielzahl der so typischen Schwabinger Kneipen. Heute sind Kunst und Kultur immer noch eng mit Schwabing verbunden, aber gegenüber Amüsement und Nachtleben etwas in den Hintergrund getreten. Stadtbildprägend sind in Schwabing die noch zahlreichen Beispiele gründerzeitlicher Bürgerhäuser und Stadtvillen, aber auch alte Arbeiterhäuser, etwa entlang der Feilitzschstraße. In starkem Kontrast zu Schwabing stehen die Funktionen, die der nördliche Stadtteil Freimann, mit ausgedehnten Einfamilienhaus-Siedlungen um den alten Dorfkern, für das Gemeinwesen wahrnimmt. Hier lädt die Stadt ihren Müll zur Verbrennung ab und hier werden ihre Abwässer geklärt (Klärwerk Großlappen). Der alte, auf 75 Metern angewachsene Müllberg ist geschlossen und renaturiert worden. Auf seiner Spitze steht seit 1998 Münchens erste und einzige Windkraftanlage. In unmittelbarer Nähe, auf der Fröttmaninger Heide, steht Münchens neues Fußballstadion, die Allianz-Arena.
Durch die zahlreichen neu errichteten Verwaltungs- und Bürokomplexe hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im tertiären Sektor deutlich erhöht. Dieser ist vor allem in Alt-Schwabing stark vertreten, wo sich neben zahlreichen Einzelhandelsgeschäften eine Reihe von Banken, Versicherungen, Verwaltungen und Verlagen niedergelassen hat, um hier repräsentative Zentralen zu errichten.
Die in den 80er Jahren entstandenen Großwohnanlagen an der Berliner und an der Heidemannstraße ließen den Anteil an Mehrpersonenhaushalten in Schwabing-Freimann wieder größer werden. Nach wie vor besteht aber über die Hälfte der Haushalte im Stadtbezirk aus Einpersonenhaushalten. Der Ausländeranteil bewegt sich auf dem Gesamtstadtniveau.